Das Buch

Geboren wurde ich im Jahre als Flavius Arcadius und Flavius Honorius Konsulen waren ab urbe condita MCXLVII (1147) Gestorben und von meiner Fylgja Alwit zur Hel geleitet nach der großen Schlacht auf den Campi Catalauni.

*Geboren am 26.02.394, gestorben am 08.01.452 (Im Alten Futhark geschrieben)

 

Ich erzähle hier meine Geschichte. So, wie sie sich zugetragen hat in einer Zeit, die man heute nicht so recht zuordnen kann. Manche sagen, es war die Völkerwanderungszeit. Aber Völker wandern seit je durch die Welt von hier nach dort. Das war zu meiner Zeit nicht anders als tausend Jahre zuvor. Manche sagen, es sei die Zeit der Spätantike. Aber die Menschen zu meiner Zeit empfanden sich nun wirklich nicht als „spät“ oder schlimmer noch, als „antik“, ganz im Gegenteil. Und da gibt es noch diejenigen, die von „Frühmittelalter“ sprechen. Was für ein unsäglicher Begriff. Welches Mittelalter? Wir alle leben immer in einem „Mittelalter“ zwischen dem Gestern und dem Morgen. Das Wort „Frühmittelalter“ zeigt wohl am ehehsten die Hilflosigkeit und Unsicherheit im Umgang mit meiner Epoche.

Natürlich spürten wir schon irgendwie, dass wir uns an einer Zeitenwende befanden. Immerhin flog uns in nur einem Menschenleben, nämlich meinem, das halbe römische Reich um die Ohren. Aber wissen Sie, wenn man mitten drinsteckt, sieht man es nicht.

Doch ich schweife ab. Diese Geschichte soll ja von mir erzählen. Mir, einer Gestalt, die bis heute zwiespältig geblieben ist. Obwohl ich als der größte Schmied bezeichnet werde, der jemals gelebt hat. Man sagte mir nach, ich sei halb Albe, halb Mensch. Aber auch, ich sei halb verkrüppelt, halb göttlich. Oder war ich doch nur ein mehrfacher Mörder? Und mit Sicherheit kein Held? Aber ganz bestimmt bin ich bald vergessen, obwohl ich ein Mythos bin.

Mein Name? – Wieland
Wieland der Schmied.

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